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Tipps

Der vierteljährliche Abo-Check: Finde versteckte Geldlecks

Der durchschnittliche Haushalt gibt über 200 EUR pro Monat für Abonnements aus. Nicht weil all diese Dienste gebraucht werden, sondern weil sie vergessen wurden.

Netflix, Spotify, Fitnessstudio, Cloud-Speicher, Zeitungen, Software-Lizenzen, Kochboxen, Beauty-Boxen... jedes einzelne scheint klein. Aber zusammen entziehen sie deinem Konto Monat für Monat leise Geld.

Ein vierteljährlicher Abo-Check dauert 30 Minuten und spart typischerweise 50-200 EUR pro Monat. Hier ist genau, wie du ihn durchführst.

Warum Abos das perfekte Geldleck sind

Abonnements sind darauf ausgelegt, unsichtbar zu sein. Unternehmen wissen:

  • Kleine Beträge lösen keine Kontrolle aus. 9,99 EUR fühlen sich nach nichts an. Aber das sind 120 EUR pro Jahr.
  • Auto-Verlängerung verhindert Entscheidungspunkte. Du entscheidest nur einmal zu abonnieren. Danach müsstest du aktiv entscheiden zu kündigen.
  • Kostenlose Testphasen konvertieren mit hoher Rate. Viele vergessen, vor Ende der Testphase zu kündigen.
  • Kündigung wird oft absichtlich erschwert. Manche Unternehmen verlangen Anrufe, lassen dich durch verwirrende Menüs navigieren oder machen dir mit "Bist du sicher?"-Fragen ein schlechtes Gewissen.

Das Ergebnis: Die meisten Haushalte zahlen für Abos, die sie nicht nutzen, nicht brauchen oder komplett vergessen haben.

Der Abo-Check-Prozess

Schritt 1: Finde alle deine Abos (15 Minuten)

Du kannst nicht kündigen, was du nicht kennst. So findest du alles:

Prüfe deine Kontoauszüge: Schau dir die letzten 3 Monate aller Karten und Bankkonten an. Suche nach Beträgen, die monatlich oder jährlich wiederkehren. Achte auf typische Abo-Beträge wie 4,99, 9,99, 12,99, 14,99.

Durchsuche deine E-Mails: Suche in deinem Posteingang nach Wörtern wie "Abo", "Verlängerung", "Rechnung", "Quittung" und "Mitgliedschaft". Das enthüllt oft vergessene Abos.

Prüfe App-Store-Abos: Auf iOS: Einstellungen > Apple ID > Abonnements. Auf Android: Google Play > Abos. Viele haben App-Abos vergessen.

Prüfe PayPal und andere Zahlungsdienste: Wenn du PayPal nutzt, prüfe Einstellungen > Zahlungen > Automatische Zahlungen verwalten.

Nutze eine Budget-App: Apps wie GoodShare kategorisieren wiederkehrende Abbuchungen automatisch, was das Erkennen von Abos in deinen Ausgaben einfach macht.

Erstelle eine Liste aller Abos mit Name, monatlichen Kosten und Zahlungsmethode.

Schritt 2: Kategorisiere jedes Abo (5 Minuten)

Geh deine Liste durch und sortiere jedes Abo in eine von drei Kategorien:

Behalten: Du nutzt es aktiv und bekommst klaren Mehrwert. Für Paare/Haushalte: Beide sind sich einig, dass es das Behalten wert ist.

Kündigen: Du hast es im letzten Monat nicht genutzt. Oder du nutzt es so selten, dass Einzelkauf günstiger wäre. Oder du hast einen doppelten Dienst (zwei Musik-Apps, zwei Cloud-Speicher).

Reduzieren: Du nutzt es, könntest aber downgraden. Premium zu Basic? Familien-Abo zu Einzel? Jährlich statt monatlich für Rabatt?

Schritt 3: Prüfe auf Überschneidungen (5 Minuten)

Viele Abos überschneiden sich. Häufige Duplikate:

  • Streaming-Dienste: Brauchst du wirklich Netflix, Disney+, Amazon Prime UND Sky? Wähle 1-2 und wechsle vierteljährlich.
  • Cloud-Speicher: iCloud, Google Drive, Dropbox, OneDrive. Die meisten brauchen nur einen.
  • Musik: Spotify, Apple Music, YouTube Premium. Einer reicht.
  • Nachrichten: Mehrere Zeitungs-/Zeitschriften-Abos, wenn eines reichen würde.
  • Software: Bezahlen für Apps, die dasselbe tun (zwei Passwort-Manager, zwei VPNs).

Für Paare: Hier findet ihr vielleicht, dass ein Partner für Spotify zahlt, während der andere Apple Music hat. Konsolidiert zu einem Familien-Abo und spart.

Schritt 4: Kündige und reduziere (5 Minuten)

Jetzt der Aktionsschritt. Für jedes Abo, das du kündigst oder reduzierst:

  • Logge dich beim Dienst ein und finde die Kündigungsoption (meist unter Konto oder Abrechnung)
  • Bei schwierigen Kündigungen suche "[Dienstname] kündigen" für Schritt-für-Schritt-Anleitungen
  • Sei auf Halte-Angebote vorbereitet - das Unternehmen bietet dir vielleicht einen Rabatt. Entscheide vorher, ob du es zu einem niedrigeren Preis behalten würdest.

Profi-Tipp: Viele Abos lassen dich kündigen, aber weiter nutzen bis zum Ende der Abrechnungsperiode. Kündige jetzt, damit du es nicht vergisst, und genieße die verbleibende bezahlte Zeit.

Die Psychologie des "Für alle Fälle"

Der schwierigste Teil eines Abo-Checks ist nicht das Finden - es ist das Loslassen.

Häufige Ausreden, die dich am Zahlen halten:

  • "Ich könnte es irgendwann brauchen" - Wenn du es in den letzten 30 Tagen nicht genutzt hast, wirst du es nicht tun. Kündige jetzt; du kannst jederzeit wieder abonnieren.
  • "Ich habe ein Jahr im Voraus bezahlt" - Das Geld ist weg. Lass dich nicht vom Sunk-Cost-Irrtum dazu bringen, etwas Nutzloses zu behalten. Setze eine Kalender-Erinnerung zum Kündigen vor der Verlängerung.
  • "Es sind nur 5 EUR im Monat" - Das sind 60 EUR pro Jahr. Mal 10 Abos = 600 EUR verschwendet für Dinge, die du nicht nutzt.
  • "Ich bin mitten in einer Serie" - Beende sie, dann kündige. Setze eine Erinnerung für 2 Wochen.

Abo-Schleicherei verhindern

Nach deinem Audit verhindere neue Abo-Anhäufung:

Die 24-Stunden-Regel

Abonniere nie sofort. Warte 24 Stunden. Wenn du es morgen noch willst, mach es. Viele Impuls-Abos überleben diese Verzögerung nicht.

Setze Kalender-Erinnerungen

Wenn du dich für eine kostenlose Testphase anmeldest, setze sofort eine Erinnerung für 2 Tage vor Ende. Das gibt dir Zeit zu bewerten, ob du weitermachen willst, und zu kündigen wenn nicht.

Nutze virtuelle Karten

Manche Banken und Dienste lassen dich virtuelle Kartennummern erstellen, die ablaufen. Nutze diese für kostenlose Testphasen, damit sie automatisch enden.

Verfolge wiederkehrende Ausgaben zusammen

Für Paare: Nutzt eine gemeinsame App wie GoodShare, wo beide alle wiederkehrenden Ausgaben sehen können. Das verhindert doppelte Abos und macht es einfach zu besprechen, was das Behalten wert ist.

Plane vierteljährliche Checks

Setze einen wiederkehrenden Kalendereintrag alle 3 Monate: "Abo-Check". Macht es zum Haushalts-Ritual. Bestellt Pizza, prüft eure Abos zusammen und feiert das gesparte Geld.

Echte Spar-Beispiele

Hier ist, was ein typischer Audit finden könnte:

  • Fitnessstudio-Mitgliedschaft (6 Monate ungenutzt): 30 EUR/Monat = 360 EUR/Jahr gespart
  • Doppelte Streaming-Dienste (Disney+ obwohl Netflix kaum genutzt): 9 EUR/Monat = 108 EUR/Jahr gespart
  • App-Abos (3 vergessene Apps): 15 EUR/Monat = 180 EUR/Jahr gespart
  • Cloud-Speicher-Upgrade (Downgrade 2TB auf 200GB): 7 EUR/Monat = 84 EUR/Jahr gespart
  • Zeitschriften-Abo (monatelang ungelesen): 10 EUR/Monat = 120 EUR/Jahr gespart

Gesamt: 71 EUR/Monat = 852 EUR/Jahr

Das ist ein Wochenend-Kurztrip, ein schönes Essen jeden Monat oder ein ordentlicher Schub für deinen Notgroschen.

Die Abo-Check-Checkliste

Speichere diese Checkliste für deinen vierteljährlichen Check:

  • Kontoauszüge prüfen (letzte 3 Monate)
  • E-Mails nach Abo-Begriffen durchsuchen
  • App-Store-Abos prüfen (iOS/Android)
  • PayPal automatische Zahlungen prüfen
  • Alle Abos mit Kosten auflisten
  • Kategorisieren: Behalten / Kündigen / Reduzieren
  • Auf Duplikate und Überschneidungen prüfen
  • Ungewollte Abos kündigen/downgraden
  • Erinnerungen für jährliche Verlängerungen setzen
  • Nächsten Check planen (3 Monate)

Das Wichtigste

Abos sind darauf ausgelegt, vergessen zu werden. Lass nicht zu, dass Unternehmen von deiner Unaufmerksamkeit profitieren. Ein 30-minütiger vierteljährlicher Check kann dir Hunderte Euro im Jahr sparen - Geld, das für Dinge ausgegeben werden könnte, die du wirklich wertschätzt.

Fang heute an. Prüfe deinen Kontoauszug. Du wirst wahrscheinlich mindestens ein vergessenes Abo finden.

"Das beste Abo ist eines, das du bewusst entscheidest zu behalten. Das schlechteste ist eines, für das du vergessen hast zu zahlen."

Verfolge wiederkehrende Ausgaben automatisch

GoodShare hilft dir, wiederkehrende Abbuchungen zu identifizieren, damit du nie wieder ein Abo vergisst.

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