Splitwise war jahrelang die Standard-Antwort auf die Frage, wie man Ausgaben in der Gruppe teilt. Doch was einmal eine komplett kostenlose App war, ist heute ein Freemium-Produkt: In der Gratis-Version sind je nach Konto nur noch etwa 3 bis 5 Einträge pro Tag möglich, dazu kommt Werbung. Wer die Limits loswerden will, zahlt für Splitwise Pro 4,99 USD pro Monat (Stand Juli 2026), also knapp 60 USD im Jahr, wenn monatlich abgerechnet wird; im Jahresabo sind es 49,99 USD.
Kein Wunder, dass viele Nutzer nach einer Splitwise Alternative suchen. Die gute Nachricht: Es gibt gleich mehrere Apps, die Kosten ohne Tageslimit teilen, einige davon komplett kostenlos. In diesem Vergleich schauen wir uns die fünf besten Alternativen an und sagen ehrlich, welche App zu welchem Anwendungsfall passt.
Warum überhaupt eine Splitwise-Alternative?
Splitwise macht die Kernaufgabe gut: Ausgaben eintragen, Salden berechnen, Schulden begleichen. Die häufigsten Gründe für einen Wechsel sind trotzdem schnell aufgezählt:
Das Tageslimit. Wer nach dem Wocheneinkauf noch Drogerie und Bäcker eintragen will, stößt in der Free-Version schnell an die Grenze. Für aktive WGs und Paare, die täglich mehrere Ausgaben erfassen, ist das im Alltag der größte Störfaktor.
Werbung in der Free-Version. Die Gratis-Version blendet Werbeanzeigen ein. Das nervt nicht nur, es wirft auch die Frage auf, wohin die Nutzungsdaten fließen.
Kein Budget-Tracking. Splitwise teilt Kosten, mehr nicht. Wer zusätzlich wissen will, wofür das gemeinsame Geld eigentlich draufgeht, oder Monatsbudgets setzen möchte, braucht eine zweite App.
Datenschutz. Splitwise ist ein US-Anbieter. Für datenschutzbewusste Nutzer in Europa sind Apps mit EU-Datenhaltung und DSGVO-Konformität die entspanntere Wahl.
Die 5 besten Splitwise-Alternativen im Überblick
Alle vier Kandidaten teilen Ausgaben ohne Tageslimit. Die Unterschiede liegen bei Budget-Funktionen, Werbung, Plattformen und Datenschutz:
| Kriterium | GoodShare | Splid | Tricount | Settle Up | Splital |
|---|---|---|---|---|---|
| Einträge ohne Limit | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Werbefrei in der Free-Version | ✓ | ✓ | ✗ (bunq-Werbung) | ✗ (Werbung) | ✓ |
| Budget-Tracking & Statistiken | ✓ inkl. Sankey-Diagramm | ✗ | ✗ (eingestellt) | teilweise (Premium) | ✗ Budgets, Statistik nur Pro |
| Belegscanner | ✓ KI-Scan | ✗ | ✓ OCR | Belegfotos (Premium) | ✗ nur Fotos (Pro) |
| Plattformen | Android | Android, iOS | Android, iOS, Web | Android, iOS, Web | Android, iOS |
| Herkunft & Datenhaltung | Deutschland, EU-Server | Deutschland, lokal möglich | Belgien (bunq) | Tschechien | Italien, ohne Konto nutzbar |
| Kosten | kostenlos, Premium 4,99 €/Mo | kostenlos, Einmalkauf ~4,99 USD | kostenlos | kostenlos, Premium ab 18,99 USD/Jahr | kostenlos, Pro ab 2,99 €/Mo |
Alle genannten Preise wurden im Juli 2026 geprüft und können sich ändern. Splitwise Pro kostet 4,99 USD pro Monat oder 49,99 USD pro Jahr, Settle Up Premium 3,49 USD pro Monat oder 18,99 USD pro Jahr, Splids Einmalkauf für mehrere Gruppen und Export ca. 4,99 USD. Splital Pro wurde im europäischen App Store geprüft und kostet 2,99 Euro pro Monat, 19,99 Euro pro Jahr oder 19,99 Euro einmalig als Lifetime-Kauf. GoodShare Pro kostet 4,99 Euro pro Monat bzw. 39,99 Euro pro Jahr; Neukunden zahlen 2,49 Euro in den ersten drei Monaten oder 29,99 Euro im ersten Jahr, dazu kommen 14 Tage Gratis-Test.
GoodShare: Kostenteilung plus Haushaltsbuch
GoodShare geht einen Schritt weiter als reine Splitting-Apps: Die App kombiniert Kostenteilung mit einem vollwertigen gemeinsamen Haushaltsbuch. Alle Mitglieder eines Buchs tragen Ausgaben und Einnahmen ein, die App synchronisiert in Echtzeit, berechnet automatisch, wer wem wie viel schuldet, und zeigt zusätzlich, wofür das Geld eigentlich draufgeht: mit Kategorien, Monatsbudgets, Statistiken und einem Sankey-Diagramm für den Geldfluss.
Für Umsteiger von Splitwise sind drei Punkte entscheidend: Es gibt kein Tageslimit, die App ist komplett werbefrei (auch in der Gratis-Version), und Kassenbons lassen sich per KI-Belegscanner fotografieren, statt sie abzutippen. Die Daten liegen auf EU-Servern in Frankfurt, DSGVO-konform und ohne Bank-Anbindung. Erweiterte Funktionen wie unbegrenzte Kategorien, mehrere Sparziele oder der Transaktions-Split stecken im Premium-Abo für 4,99 Euro pro Monat, als Neukunde 2,49 Euro in den ersten drei Monaten, das 14 Tage gratis testbar ist. Praktisch: Hat ein Mitglied Premium, profitieren alle Mitglieder im gemeinsamen Buch mit.
Die ehrliche Einschränkung: GoodShare gibt es aktuell nur für Android. Gemischte iPhone-Android-Gruppen greifen daher besser zu Splid oder Tricount. Für Android-Haushalte, die eine dauerhafte gemeinsame Kasse führen wollen, ist GoodShare dagegen die rundeste Splitwise-Alternative in dieser Liste. Einen ausführlichen Head-to-Head-Vergleich findest du unter GoodShare vs. Splitwise.
Splid: Minimalistisch, offline, ohne Konto
Splid ist das Schweizer Taschenmesser für einmalige Anlässe. Die deutsche App macht genau eine Sache und macht sie gut: Ausgaben in einer Gruppe erfassen und Salden berechnen. Dafür braucht sie weder Registrierung noch Internetverbindung, Gruppen funktionieren auf Wunsch rein lokal auf dem Gerät.
Splid ist komplett kostenlos und werbefrei. Die Free-Version ist auf eine Gruppe beschränkt, mehrere Gruppen und der Export (Excel, PDF) kosten einen Einmalkauf von ca. 4,99 USD, ein faires Modell ganz ohne Abo. Die Grenzen zeigen sich, sobald man mehr will als Aufteilen: Es gibt keine Budgets, keine Kategorien, keine Statistiken und keinen Belegscanner. Für die Skiwochenende-Abrechnung ideal, als dauerhafte Haushaltskasse zu wenig.
Tricount: Der Reise-Klassiker aus dem bunq-Ökosystem
Tricount aus Belgien ist mit laut eigenen Angaben über 17 Millionen Nutzern einer der großen Player in Europa und besonders bei Reisegruppen beliebt: Web-App, über 150 Währungen, OCR-Belegscanner und Offline-Modus decken den Urlaubs-Anwendungsfall gut ab. Ein Konto ist nicht nötig.
Seit 2022 gehört Tricount zur niederländischen Neobank bunq, und das merkt man: Die App enthält bunq-Cross-Promotion, und das frühere Premium-Modell wurde eingestellt, wodurch Features wie Export und Statistiken weggefallen sind. Dass eine Bank detaillierte Ausgabendaten von Millionen Nutzern hält, ist für datenschutzbewusste Nutzer zumindest diskussionswürdig. Budget-Tracking bietet Tricount nicht.
Settle Up: Der Multiplattform-Allrounder
Settle Up aus Tschechien läuft auf Android, iOS und im Browser und ist damit die flexibelste Wahl für gemischte Geräte-Gruppen. Die Free-Version teilt Ausgaben ohne Limit, zeigt aber Werbung. Features wie Belegfotos, Kategorien, wiederkehrende Ausgaben und Excel-Export stecken im Premium-Abo (3,49 USD pro Monat oder 18,99 USD pro Jahr, Stand Juli 2026).
Damit ist Settle Up so etwas wie ein kleineres Splitwise ohne Tageslimit: solide Kernfunktionen gratis, die Extras kosten. Ein vollwertiges Haushaltsbuch mit Budgets ersetzt es nicht.
Splital: Der Neuling mit automatischer Kategorisierung
Splital aus Italien ist die jüngste App in diesem Vergleich und die, die Splitwise-Wechsler am direktesten anspricht. Die kostenlose Version hat kein Tageslimit, keine Werbung und braucht überhaupt kein Konto. Zwei Dinge stechen heraus: Ausgaben werden beim Tippen der Beschreibung automatisch kategorisiert, und es gibt einen CSV-Import für Splitwise-Gruppen, man muss seinen Verlauf also nicht abtippen.
Wo es aufhört, ist das Budgetieren. Splital teilt und kategorisiert, kennt aber keine Budgets, keine Sparziele und keinen Übertrag, und die Statistiken, die zeigen würden, wohin das Geld fließt, stecken komplett hinter Pro (2,99 Euro pro Monat, 19,99 Euro pro Jahr oder 19,99 Euro einmalig als Lifetime-Kauf, geprüft im Juli 2026). PDF- und CSV-Export sowie Bilder an einer Ausgabe sind ebenfalls Pro. Einen Belegscanner und eine Web-App gibt es nicht, Letzteres räumen die Macher in ihrem eigenen Vergleich selbst ein. Für die Reise mit Freunden ist Splital eine saubere, schnelle Wahl. Für einen Haushalt, der wissen will, ob er diesen Monat im Lebensmittelbudget geblieben ist, ist es ein Splitter, kein Haushaltsbuch.
Welche Alternative passt zu wem?
Die kurze Entscheidungshilfe, ehrlich sortiert nach Anwendungsfall:
Paare, WGs und Familien mit laufender Kasse (Android): GoodShare. Kostenteilung und Haushaltsbuch in einer App, ohne Limit, ohne Werbung, mit EU-Datenschutz. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen unsere Guides zum WG-Kosten teilen und zur Haushaltskasse für Familien.
Einmalige Anlässe (Geburtstag, Skiwochenende): Splid. In 30 Sekunden startklar, ohne Konto, komplett gratis.
Gruppenreisen mit gemischten Geräten: Tricount oder Settle Up, beide mit Web-App. Wer die Reisekasse lieber gleich mit Budget führt, findet im Guide Reisekosten teilen die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit GoodShare.
Wer direkt von Splitwise kommt und seinen Verlauf behalten will: Splital. Als Einzige hier importiert die App eine Splitwise-CSV, und die automatische Kategorisierung spart bei jedem Eintrag Taps. Budgets sollte man von ihr aber nicht erwarten.
Wer bei Splitwise bleiben will: Auch das ist legitim, etwa wegen der Venmo- und PayPal-Integration im US-Umfeld. Dann führt an Splitwise Pro für 4,99 USD pro Monat aber kaum ein Weg vorbei.
So gelingt der Wechsel von Splitwise
Der Umstieg ist unkomplizierter, als viele denken, weil Splitting-Apps kein Datenimport-Problem haben: Alte Abrechnungen muss man nicht mitnehmen, nur die offenen Salden. So geht es in drei Schritten:
1. Offene Salden ausgleichen. In Splitwise alle offenen Beträge begleichen (oder die Restbeträge notieren und als Startbuchung in die neue App übernehmen).
2. Verlauf exportieren. Splitwise bietet einen CSV-Export pro Gruppe. Einmal herunterladen und archivieren, dann ist die Historie gesichert.
3. Neue Kasse anlegen und Mitglieder einladen. In GoodShare zum Beispiel ein gemeinsames Buch erstellen, Einladungslink per WhatsApp teilen, fertig. Ab der ersten Buchung rechnet die neue App den Ausgleich automatisch.
Der beste Zeitpunkt für den Wechsel ist direkt nach einer Komplettabrechnung, zum Beispiel am Monatsende oder nach dem Urlaub. Dann starten alle bei null und niemand muss alte Schulden zwischen zwei Apps hin- und herrechnen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die beste kostenlose Alternative zu Splitwise?
Das hängt vom Anwendungsfall ab. Für laufende Kassen (Paare, WG, Familie) ist GoodShare die stärkste kostenlose Alternative: unbegrenzte Einträge, keine Werbung und Budget-Tracking obendrauf. Für einmalige Anlässe wie eine Gruppenreise reicht Splid (minimalistisch, ohne Konto) oder Tricount (mit Web-App), und Splital bringt automatische Kategorisierung plus Splitwise-CSV-Import mit. Keine davon hat ein Tageslimit.
Warum hat Splitwise ein Limit in der kostenlosen Version?
Splitwise ist ein Freemium-Produkt: Die kostenlose Version ist auf wenige Einträge pro Tag begrenzt (je nach Konto etwa 3 bis 5) und zeigt Werbung. Wer mehr eintragen will, braucht Splitwise Pro für 4,99 USD pro Monat (Stand Juli 2026). So finanziert sich die App, macht die Free-Version für aktive Gruppen aber unpraktisch.
Gibt es eine deutsche Splitwise-Alternative mit DSGVO-konformer Datenhaltung?
Ja. GoodShare und Splid kommen beide aus Deutschland. GoodShare speichert die Daten auf EU-Servern in Frankfurt und ist DSGVO-konform, ohne Werbung und ohne Verkauf persönlicher Daten. Splid speichert Gruppen wahlweise nur lokal auf dem Gerät. Splitwise ist dagegen ein US-Anbieter.
Kann ich meine Splitwise-Daten in eine andere App übernehmen?
Einen direkten Splitwise-Import bietet in diesem Vergleich nur Splital: Gruppe in Splitwise als CSV exportieren und dort einlesen. Alle anderen starten frisch. Das ist weniger schlimm, als es klingt, denn Splitting-Apps brauchen nur die offenen Salden, nicht die abgerechnete Historie. Der sauberste Weg: In Splitwise alle offenen Salden ausgleichen, den Verlauf als CSV exportieren und archivieren, dann in der neuen App mit einer frischen Kasse starten. Der Wechsel dauert so etwa 15 Minuten und es geht nichts verloren.
Bereit für den Umstieg?
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