Splitwise war jahrelang die Standard-Antwort auf die Frage, wie man Ausgaben in der Gruppe teilt. Doch was einmal eine komplett kostenlose App war, ist heute ein Freemium-Produkt: In der Gratisversion sind nur noch einige Einträge pro Tag möglich (die genaue Zahl veröffentlicht Splitwise nicht; Nutzer berichten von drei bis fünf), dazu kommt Werbung. Wer die Limits loswerden will, zahlt für Splitwise Pro 4,99 USD pro Monat oder 39,99 USD pro Jahr (Stand Oktober 2026).
Kein Wunder, dass viele Nutzer nach einer Splitwise-Alternative suchen. Die gute Nachricht: Es gibt gleich mehrere Apps, die Kosten ohne Tageslimit teilen, einige davon komplett kostenlos. In diesem Vergleich schauen wir uns die fünf besten Alternativen an und sagen ehrlich, welche App zu welchem Anwendungsfall passt.
Für Paare, WGs und Familien, die Monat für Monat Kosten teilen, ist GoodShare die vollständigste kostenlose Splitwise-Alternative: kein Tageslimit, keine Werbung und obendrauf ein gemeinsames Haushaltsbuch mit Belegscanner. Das Pro des Buchbesitzers gilt für alle Mitglieder, ein Abo reicht also für den ganzen Haushalt. Für eine einmalige Reise reichen Splid oder Tricount.
GoodShare bei Google Play ladenWarum überhaupt eine Splitwise-Alternative?
Splitwise macht die Kernaufgabe gut: Ausgaben eintragen, Salden berechnen, Schulden begleichen. Die häufigsten Gründe für einen Wechsel sind trotzdem schnell aufgezählt:
Das Tageslimit. Wer nach dem Wocheneinkauf noch Drogerie und Bäcker eintragen will, stößt in der Gratisversion schnell an die Grenze. Für aktive WGs und Paare, die täglich mehrere Ausgaben erfassen, ist das im Alltag der größte Störfaktor.
Werbung in der Gratisversion. Die Gratisversion blendet Werbeanzeigen ein. Das nervt nicht nur, es wirft auch die Frage auf, wohin die Nutzungsdaten fließen.
Kein Budget-Tracking. Splitwise teilt Kosten, mehr nicht. Wer zusätzlich wissen will, wofür das gemeinsame Geld eigentlich draufgeht, oder Monatsbudgets setzen möchte, braucht eine zweite App.
Datenschutz. Splitwise ist ein US-Anbieter. Für datenschutzbewusste Nutzer in Europa sind Apps mit EU-Datenhaltung und DSGVO-Konformität die entspanntere Wahl.
Die 5 besten Splitwise-Alternativen im Überblick
Alle fünf Kandidaten teilen Ausgaben ohne Tageslimit. Die Unterschiede liegen bei Budget-Funktionen, Werbung, Plattformen und Datenschutz:
| Kriterium | GoodShare | Splid | Tricount | Settle Up | Splital |
|---|---|---|---|---|---|
| Einträge ohne Limit | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ | ✓ |
| Werbefrei in der Gratisversion | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ (Werbung) | ✓ |
| Budget-Tracking & Statistiken | ✓ inkl. Sankey-Diagramm | ✗ | ✗ (eingestellt) | teilweise (Premium) | ✗ Budgets, Statistik nur Pro |
| Belegscanner | ✓ KI-Scan | ✗ | nur Fotos | Belegfotos (Premium) | ✗ nur Fotos (Pro) |
| Plattformen | Android (iPhone in Arbeit) | Android, iOS | Android, iOS | Android, iOS, Web | Android, iOS |
| Herkunft & Datenhaltung | Deutschland, EU-Server | Deutschland, lokal möglich | Belgien | Tschechien | Italien, ohne Konto nutzbar |
| Kosten | kostenlos, Pro 4,99 €/Mo oder 39,99 €/Jahr | kostenlos, Einmalkauf 3,99 USD | kostenlos | kostenlos, Premium ab 19,99 USD/Jahr | kostenlos, Pro 24,99 €/Jahr |
Alle genannten Preise wurden im Oktober 2026 geprüft (im US-App-Store, sofern nicht anders angegeben) und können sich ändern. Splitwise Pro kostet 4,99 USD pro Monat oder 39,99 USD pro Jahr, Settle Up Premium 3,99 USD pro Monat oder 19,99 USD pro Jahr, und Splid Plus (unbegrenzte Gruppen und Excel-Export) kostet einmalig 3,99 USD; der PDF-Export bleibt gratis. Splital nennt auf seiner eigenen Preisseite 24,99 Euro im Jahr für Pro, die Preise unterscheiden sich je nach Land. GoodShare Pro kostet 4,99 Euro pro Monat oder 39,99 Euro pro Jahr; Neukunden zahlen 2,49 Euro pro Monat in den ersten drei Monaten oder 29,99 Euro im ersten Jahr, dazu kommen 14 Tage zum kostenlosen Testen.
GoodShare: Kostenteilung plus Haushaltsbuch
GoodShare geht einen Schritt weiter als reine Splitting-Apps: Die App kombiniert Kostenteilung mit einem vollwertigen gemeinsamen Haushaltsbuch. Alle Mitglieder eines Buchs tragen Ausgaben und Einnahmen ein, die App synchronisiert in Echtzeit, berechnet automatisch, wer wem wie viel schuldet, und zeigt zusätzlich, wofür das Geld eigentlich draufgeht: mit Kategorien, Monatsbudgets, Statistiken und einem Sankey-Diagramm für den Geldfluss.
Für Umsteiger von Splitwise sind drei Punkte entscheidend: Es gibt kein Tageslimit, die App ist komplett werbefrei (auch in der Gratisversion), und Kassenbons lassen sich per KI-Belegscanner fotografieren, statt sie abzutippen. Die Daten liegen auf EU-Servern in Frankfurt, DSGVO-konform und ohne Bankanbindung. Erweiterte Funktionen wie unbegrenzte Kategorien, mehrere Sparziele oder der Transaktions-Split stecken in GoodShare Pro für 4,99 Euro pro Monat oder 39,99 Euro pro Jahr (Neukunden zahlen 2,49 Euro pro Monat in den ersten drei Monaten), 14 Tage kostenlos testbar. Praktisch: Das Pro des Buchbesitzers gilt für alle Mitglieder im gemeinsamen Buch, ein Abo reicht also für den ganzen Haushalt.
Die ehrliche Einschränkung: GoodShare gibt es aktuell nur für Android. Die Version fürs iPhone ist in Arbeit (Warteliste und früher Zugang); bis sie im App Store ist, greifen gemischte iPhone-Android-Gruppen besser zu Splid oder Tricount. Für Android-Haushalte, die eine dauerhafte gemeinsame Kasse führen wollen, ist GoodShare dagegen die rundeste Splitwise-Alternative in dieser Liste. Einen ausführlichen Head-to-Head-Vergleich findest du unter GoodShare vs. Splitwise.
Splid: Minimalistisch, offline, ohne Konto
Splid ist das Schweizer Taschenmesser für einmalige Anlässe. Die deutsche App macht genau eine Sache und macht sie gut: Ausgaben in einer Gruppe erfassen und Salden berechnen. Dafür braucht sie weder Registrierung noch Internetverbindung, Gruppen funktionieren auf Wunsch rein lokal auf dem Gerät.
Splid ist komplett kostenlos und werbefrei. Die Gratisversion ist auf eine Gruppe beschränkt; unbegrenzte Gruppen und der Excel-Export kosten mit Splid Plus einmalig 3,99 USD (der PDF-Export bleibt gratis), ein faires Modell ganz ohne Abo. Die Grenzen zeigen sich, sobald man mehr will als Aufteilen: Es gibt keine Budgets, keine Kategorien, keine Statistiken und keinen Belegscanner. Für die Skiwochenende-Abrechnung ideal, als dauerhafte Haushaltskasse zu wenig.
Tricount: Der Reise-Klassiker aus dem Ökosystem der Mutterbank
Tricount aus Belgien ist mit laut eigenen Angaben über 17 Millionen Nutzern einer der großen Player in Europa und besonders bei Reisegruppen beliebt: über 150 Währungen, Belegfotos und ein Offlinemodus decken den Urlaubs-Anwendungsfall gut ab. Die App ist kostenlos, laut eigener Aussage werbefrei und braucht kein Konto.
Seit 2022 gehört Tricount zur niederländischen Neobank, und das merkt man: Die App bindet die Bezahlkarte der Mutterbank ein, und das frühere Premium-Modell wurde eingestellt. Seit dem Neustart 2024 fehlt der Export als CSV und PDF; auch die Statistiken und das Speichern eigener Aufteilungen sind weggefallen, beides soll laut Tricount mit einem späteren Update zurückkommen. Dass eine Bank detaillierte Ausgabendaten von Millionen Nutzern hält, ist für datenschutzbewusste Nutzer zumindest diskussionswürdig. Budget-Tracking bietet Tricount nicht.
Settle Up: Der Multiplattform-Allrounder
Settle Up aus Tschechien läuft auf Android, iOS und im Browser und ist damit die flexibelste Wahl für gemischte Geräte-Gruppen. Die Gratisversion teilt Ausgaben ohne Limit, zeigt aber Werbung. Features wie Belegfotos, Kategorien, wiederkehrende Ausgaben und Excel-Export stecken im Premium-Abo (3,99 USD pro Monat oder 19,99 USD pro Jahr, Stand Oktober 2026).
Damit ist Settle Up so etwas wie ein kleineres Splitwise ohne Tageslimit: solide Kernfunktionen gratis, die Extras kosten. Ein vollwertiges Haushaltsbuch mit Budgets ersetzt es nicht.
Splital: Der Neuling mit automatischer Kategorisierung
Splital aus Italien ist die jüngste App in diesem Vergleich und die, die Splitwise-Wechsler am direktesten anspricht. Die kostenlose Version hat kein Tageslimit, keine Werbung und braucht überhaupt kein Konto. Zwei Dinge stechen heraus: Ausgaben werden beim Tippen der Beschreibung automatisch kategorisiert, und es gibt einen CSV-Import für Splitwise-Gruppen, man muss seinen Verlauf also nicht abtippen.
Wo es aufhört, ist das Budgetieren. Splital teilt und kategorisiert, kennt aber keine Budgets, keine Sparziele und keinen Übertrag, und die Statistiken, die zeigen würden, wohin das Geld fließt, stecken komplett hinter Pro (laut Splitals eigener Preisseite 24,99 Euro im Jahr, geprüft im Oktober 2026; die Preise unterscheiden sich je nach Land). PDF- und CSV-Export sowie Bilder an einer Ausgabe sind ebenfalls Pro. Einen Belegscanner und eine Web-App gibt es nicht, Letzteres räumen die Macher in ihrem eigenen Vergleich selbst ein. Für die Reise mit Freunden ist Splital eine saubere, schnelle Wahl. Für einen Haushalt, der wissen will, ob er diesen Monat im Lebensmittelbudget geblieben ist, ist es ein Splitter, kein Haushaltsbuch.
Welche Alternative passt zu wem?
Die kurze Entscheidungshilfe, ehrlich sortiert nach Anwendungsfall:
Paare, WGs und Familien mit laufender Kasse (Android): GoodShare. Kostenteilung und Haushaltsbuch in einer App, ohne Limit, ohne Werbung, mit EU-Datenschutz. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen unsere Guides zum WG-Kosten teilen und zur Haushaltskasse für Familien.
Einmalige Anlässe (Geburtstag, Skiwochenende): Splid. In 30 Sekunden startklar, ohne Konto, komplett gratis.
Gruppenreisen mit gemischten Geräten: Settle Up (auch im Browser) oder Tricount. Wer die Reisekasse lieber gleich mit Budget führt, findet im Guide Reisekosten teilen die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit GoodShare.
Wer direkt von Splitwise kommt und seinen Verlauf behalten will: Splital. Als Einzige hier importiert die App eine Splitwise-CSV, und die automatische Kategorisierung spart bei jedem Eintrag Taps. Budgets sollte man von ihr aber nicht erwarten.
Wer bei Splitwise bleiben will: Auch das ist legitim, etwa wegen der Zahlungsdienstintegration im US-Umfeld. Dann führt an Splitwise Pro für 4,99 USD pro Monat oder 39,99 USD pro Jahr aber kaum ein Weg vorbei.
So gelingt der Wechsel von Splitwise
Der Umstieg ist unkomplizierter, als viele denken, weil Splitting-Apps kein Datenimport-Problem haben: Alte Abrechnungen muss man nicht mitnehmen, nur die offenen Salden. So geht es in drei Schritten:
1. Offene Salden ausgleichen. In Splitwise alle offenen Beträge begleichen (oder die Restbeträge notieren und als Startbuchung in die neue App übernehmen).
2. Verlauf exportieren. Splitwise bietet einen CSV-Export pro Gruppe. Einmal herunterladen und archivieren, dann ist die Historie gesichert.
3. Neue Kasse anlegen und Mitglieder einladen. In GoodShare zum Beispiel ein gemeinsames Buch erstellen, Einladungslink per WhatsApp teilen, fertig. Ab der ersten Buchung rechnet die neue App den Ausgleich automatisch.
Der beste Zeitpunkt für den Wechsel ist direkt nach einer Komplettabrechnung, zum Beispiel am Monatsende oder nach dem Urlaub. Dann starten alle bei null und niemand muss alte Schulden zwischen zwei Apps hin- und herrechnen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist die beste kostenlose Alternative zu Splitwise?
Das hängt vom Anwendungsfall ab. Für laufende Kassen (Paare, WG, Familie) ist GoodShare die stärkste kostenlose Alternative: unbegrenzte Einträge, keine Werbung und Budget-Tracking obendrauf. Für einmalige Anlässe wie eine Gruppenreise reichen Splid oder Tricount (beide minimalistisch, ohne Konto), und Splital bringt automatische Kategorisierung plus Splitwise-CSV-Import mit. Keine davon hat ein Tageslimit.
Warum hat Splitwise ein Limit in der kostenlosen Version?
Splitwise ist ein Freemium-Produkt: Die kostenlose Version ist auf einige Einträge pro Tag begrenzt (die genaue Zahl veröffentlicht Splitwise nicht) und zeigt Werbung. Wer mehr eintragen will, braucht Splitwise Pro für 4,99 USD pro Monat oder 39,99 USD pro Jahr (Stand Oktober 2026). So finanziert sich die App, macht die Gratisversion für aktive Gruppen aber unpraktisch.
Gibt es eine deutsche Splitwise-Alternative mit DSGVO-konformer Datenhaltung?
Ja. GoodShare und Splid kommen beide aus Deutschland. GoodShare speichert die Daten auf EU-Servern in Frankfurt und ist DSGVO-konform, ohne Werbung und ohne Verkauf persönlicher Daten. Splid speichert Gruppen wahlweise nur lokal auf dem Gerät. Splitwise ist dagegen ein US-Anbieter.
Kann ich meine Splitwise-Daten in eine andere App übernehmen?
Einen direkten Splitwise-Import bietet in diesem Vergleich nur Splital: Gruppe in Splitwise als CSV exportieren und dort einlesen. Alle anderen starten frisch. Das ist weniger schlimm, als es klingt, denn Splitting-Apps brauchen nur die offenen Salden, nicht die abgerechnete Historie. Der sauberste Weg: In Splitwise alle offenen Salden ausgleichen, den Verlauf als CSV exportieren und archivieren, dann in der neuen App mit einer frischen Kasse starten. Der Wechsel dauert so etwa 15 Minuten und es geht nichts verloren.
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