Altersvorsorgedepot Anbieter im Vergleich

Wer bietet das neue Altersvorsorgedepot – auch AV-Depot oder Klingbeil-Depot genannt – ab 2027 an? Hier findest du Scalable Capital, Trade Republic, ING, DKB und das öffentliche Standarddepot im Vergleich: nach Kosten, ETF-Auswahl und Zulagen-Service.

Stand Juli 2026 Herstellerneutral Keine Werbung Quellen belegt

Von · Zuletzt aktualisiert: 25. Juli 2026

Altersvorsorgedepot-Anbieter auf einen Blick
  • Bestätigt: Scalable Capital und Trade Republic (April 2026)
  • Geplant: ING, DKB, Consorsbank, finanzen.net ZERO, klassische Versicherer
  • Auffangoption: öffentliches Standarddepot mit 1,0 % Kostendeckel
  • Start: 1. Januar 2027 – vorher gibt es keine zertifizierten Produkte

Altersvorsorgedepot-Anbieter 2027 im Vergleich

Direktbanken und Neobroker positionieren sich bereits für das Altersvorsorgedepot. Als erste Anbieter haben Scalable Capital und Trade Republic im April 2026 ihre Teilnahme offiziell bestätigt (Trade Republic mit Antrag auf BaFin-Zertifizierung). Verbindliche Konditionen wie Depotgebühren veröffentlichen die Anbieter aber erst kurz vor dem Start nach der BaFin-Zertifizierung – Stand Juli 2026 hat noch kein Anbieter ein zertifiziertes Produkt am Markt. Die folgende Übersicht zeigt die kommunizierten Pläne; für den Anbietervergleich zählen vor allem Effektivkosten, Depotgebühren und das verfügbare ETF-Universum:

Erwartete Anbieter für das Altersvorsorgedepot ab 2027
Anbieter Geplant Erwartete Konditionen ETF-Universum
Scalable CapitalAb 1.1.2027Depotführung kostenlos, ETF-Sparpläne ohne Order­gebühr> 2.400 ETFs
Trade RepublicAb 1.1.2027Vollautomatisierte Zulagenbearbeitung, Mobile-First> 2.000 ETFs/Aktien
finanzen.net ZEROGeplantNulltarif-Modell, voraussichtlich ohne DepotgebührBreit
INGGeplantIntegration ins ING-Banking, ETF-Sparpläne ab 1 €Kuratierte ETF-Auswahl
DKBGeplantKlassisches Direktbank-Modell, voraussichtlich mit BeratungsoptionBreit
ConsorsbankGeplantFilial-/Online-HybridBreit
Klassische VersichererGeplantHöhere Kosten erwartet, dafür BeratungsleistungVariabel
Öffentlicher Träger (Standarddepot)Per RVOLifecycle-Modell, 1,0 % Effektivkosten gedeckeltVordefiniert

Alle Angaben beruhen auf öffentlichen Ankündigungen der Anbieter (Stand Juli 2026) und sind bis zur BaFin-Zertifizierung unverbindlich.

Neobroker: Scalable Capital und Trade Republic

Die beiden großen Neobroker sind die einzigen Anbieter, die ihre Teilnahme bereits verbindlich angekündigt haben. Beide setzen auf ein kostengünstiges, ETF-lastiges Modell ohne Filialnetz – genau das Segment, in dem das Altersvorsorgedepot seine Kostenvorteile gegenüber dem alten Riester-System ausspielt.

Scalable Capital

Scalable Capital bietet heute schon kostenlose Depotführung und gebührenfreie ETF-Sparpläne bei einem ETF-Universum von über 2.400 Fonds. Für das Altersvorsorgedepot ist ein ähnlich gebührenarmes Modell zu erwarten. Wer bereits ein Scalable-Depot nutzt, dürfte das AV-Depot in dieselbe Oberfläche integriert bekommen.

Trade Republic

Trade Republic hat einen Antrag auf BaFin-Zertifizierung gestellt und betont eine vollautomatisierte Zulagenbearbeitung – der jährliche Zulagenantrag soll also ohne manuellen Aufwand laufen. Der Mobile-First-Ansatz richtet sich vor allem an jüngere Sparer, für die der Berufseinsteiger-Bonus interessant ist.

Direktbanken: ING, DKB, Consorsbank und finanzen.net ZERO

Die klassischen Direktbanken haben konkrete Pläne kommuniziert, aber noch keine verbindliche Teilnahme bestätigt. Ihr Vorteil gegenüber den Neobrokern: ein etabliertes Banking-Umfeld, teils mit Beratungsoption.

  • ING: Integration ins bestehende ING-Banking, ETF-Sparpläne bereits ab 1 Euro. Interessant für alle, die Girokonto und Depot bei einer Bank bündeln wollen.
  • DKB: Klassisches Direktbank-Modell, voraussichtlich mit Beratungsoption – ein Mittelweg zwischen Neobroker und Filialbank.
  • Consorsbank: Filial-/Online-Hybrid mit breitem ETF-Angebot.
  • finanzen.net ZERO: Nulltarif-Modell, voraussichtlich ohne Depotgebühr – kostenseitig auf Neobroker-Niveau.

Das öffentliche Standarddepot

Wer keine aktive Anbieterwahl treffen will, kann auf das per Rechtsverordnung definierte Standarddepot eines öffentlichen Trägers zurückgreifen. Es folgt einem Lifecycle-Modell (das Risiko sinkt automatisch, je näher der Ruhestand rückt) und hat auf 1,0 % Effektivkosten pro Jahr gedeckelte Gebühren. Das Standarddepot ist damit die risikoarme Auffanglösung – günstige Neobroker können mit rund 0,3 % Effektivkosten aber deutlich darunter liegen.

So wählst du den richtigen Altersvorsorgedepot-Anbieter

Beim Anbietervergleich zählen vor allem vier Kriterien:

  1. Effektivkosten pro Jahr: Der wichtigste Hebel. Über 30 Jahre kostet jeder zusätzliche Prozentpunkt an Gebühren einen erheblichen Teil des Endkapitals. Neobroker (rund 0,3 %) liegen deutlich unter dem Standarddepot-Deckel (1,0 %).
  2. Depot- und Ordergebühren: Kostenlose Depotführung und gebührenfreie Sparpläne sollten Standard sein.
  3. ETF-Universum: Je breiter die Auswahl (z. B. MSCI World, FTSE All-World), desto flexibler die Anlage.
  4. Zulagen-Service: Ein automatischer Zulagenantrag (wie bei Trade Republic angekündigt) spart jährlichen Aufwand und verhindert, dass Zulagen verfallen.

Welcher Anbieter für dich am günstigsten ist, hängt am Ende von deinem Eigenbeitrag, Alter und Steuersatz ab. Rechne dein persönliches Szenario durch – inklusive Vergleich mit einem freien ETF-Sparplan:

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Warnung: Keine zertifizierten Produkte vor 2027

Vorsicht bei Vorab-Angeboten

Banken oder Vertriebe, die heute schon ein „fertiges Altersvorsorgedepot“ verkaufen, agieren unlauter – es gibt vor dem 1. Januar 2027 keine BaFin-zertifizierten Produkte. Die Kern-Förderparameter sind seit dem Bundesratsbeschluss vom 8. Mai 2026 gesetzlich fixiert; die Detail-Verordnungen (insbesondere zum Standarddepot) und die konkreten Anbieter-Konditionen folgen bis zum Start.

Häufige Fragen zu den Altersvorsorgedepot-Anbietern

Welche Anbieter bieten das Altersvorsorgedepot an?

Als erste Anbieter haben Scalable Capital und Trade Republic im April 2026 ihre Teilnahme offiziell bestätigt. Weitere Direktbanken und Neobroker wie ING, DKB, Consorsbank und finanzen.net ZERO haben konkrete Pläne kommuniziert. Zusätzlich gibt es ein öffentliches Standarddepot für alle, die keine aktive Wahl treffen wollen. Verbindliche Konditionen folgen erst kurz vor dem Start am 1. Januar 2027.

Gibt es das Altersvorsorgedepot schon bei Scalable oder Trade Republic?

Beide haben ihre Teilnahme angekündigt, ein abschließbares Produkt gibt es aber erst ab dem 1. Januar 2027. Vorher kann kein Anbieter ein zertifiziertes Altersvorsorgedepot anbieten, weil die BaFin-Zertifizierung Voraussetzung ist.

Was ist das öffentliche Standarddepot?

Eine per Rechtsverordnung definierte Auffanglösung für alle, die keine aktive Anbieterwahl treffen wollen. Es wird über einen öffentlichen Träger angeboten, folgt einem Lifecycle-Modell und hat auf 1,0 % pro Jahr gedeckelte Effektivkosten.

Worauf sollte ich bei der Anbieterwahl achten?

Entscheidend sind Effektivkosten pro Jahr, das verfügbare ETF-Universum und der Service bei der Zulagenbearbeitung. Ein Prozentpunkt Kostenunterschied macht über 30 Jahre einen deutlichen Unterschied beim Endkapital. Spiele dein Szenario im Altersvorsorgedepot-Rechner durch.

Hinweis & Haftungsausschluss

Diese Übersicht dient der Orientierung und ersetzt keine individuelle Finanz- oder Anlageberatung. Die genannten Anbieter-Konditionen beruhen auf öffentlichen Ankündigungen (Stand Juli 2026) und sind bis zur BaFin-Zertifizierung unverbindlich. Es besteht keine Geschäftsbeziehung zu den genannten Anbietern; die Darstellung ist herstellerneutral und nicht gesponsert.

Robert

Gründer & Entwickler von GoodShare

Baut seit 2023 datenschutzfreundliche Budget- und Finanz-Tools.

Stand: 25. Juli 2026