Tricount ist seit Jahren eine der beliebtesten Apps, um Reisekosten und Gruppenausgaben zu teilen, gerade in Europa. Doch mit Version 8.0 hat sich die App unter ihrem Eigentümer, der Neobank bunq, spürbar verändert: Das Premium-Abo wurde eingestellt, und mehrere Funktionen sind dabei nicht etwa kostenlos geworden, sondern komplett weggefallen. Wer heute seine Ausgaben sortieren, als CSV oder PDF exportieren oder eigene Aufteilungen festlegen will, schaut in die Röhre.
Kein Wunder, dass viele langjährige Nutzer nach einer Tricount Alternative suchen. In diesem Vergleich schauen wir uns die vier besten Kandidaten an, sagen ehrlich, welche App zu welchem Anwendungsfall passt, und zeigen, wie der Umstieg gelingt, obwohl Tricount keinen Export mehr anbietet.
Was ist mit Tricount passiert?
Tricount stammt ursprünglich aus Belgien und gehört seit 2022 zur niederländischen Neobank bunq. Mit der neuen App-Version 8.0 hat bunq das frühere Premium-Abo abgeschafft. Das klingt zunächst nach einer guten Nachricht, die App ist jetzt komplett kostenlos. Der Blick ins offizielle Tricount-Hilfecenter zeigt aber die Kehrseite: Mehrere frühere Premium-Funktionen wurden nicht freigeschaltet, sondern entfernt.
Weggefallen sind: das Sortieren von Ausgaben, der Export als CSV und PDF, der persönliche Modus für private Buchungen und die benutzerdefinierten Aufteilungen (Custom Splits). Für Letztere stellt Tricount eine Rückkehr "in einem zukünftigen Update" in Aussicht, ohne Termin.
Dazugekommen ist: bunq-Eigenwerbung. Die App bewirbt unter anderem eine kostenlose virtuelle Prepaid-Karte, und der Support läuft inzwischen über bunq. Tricount ist damit weniger ein eigenständiges Produkt als ein Einstiegskanal ins bunq-Ökosystem. Dass eine Bank die Ausgabendaten von laut eigenen Angaben über 17 Millionen Nutzern hält, ist für datenschutzbewusste Nutzer zumindest diskussionswürdig. Beim Umstieg auf Version 8.0 berichteten Nutzer außerdem von scheinbar verschwundenen Tricounts, die erst nach erneutem Einloggen wieder auftauchten.
Wer Tricount nur als simplen Reise-Splitter nutzt, kann gut dabei bleiben: Die Kernfunktion, Ausgaben teilen und Salden berechnen, ist weiterhin gratis und ohne Limits. Wer aber Export, eigene Aufteilungen oder gar Budget-Funktionen braucht, findet unter den Alternativen Besseres.
Die 4 besten Tricount-Alternativen im Überblick
Alle vier Kandidaten beherrschen die Kernaufgabe, Ausgaben in der Gruppe zu teilen. Die Unterschiede liegen genau bei den Funktionen, die Tricount verloren hat, plus Budget-Tracking, Werbung und Datenschutz:
| Kriterium | GoodShare | Splid | Settle Up | Splitwise |
|---|---|---|---|---|
| Eigene Aufteilungen | ✓ (Premium) | ✓ | ✓ | ✓ |
| Export (PDF/CSV) | ✓ (Premium) | ✓ (Einmalkauf) | ✓ (Premium) | ✓ CSV |
| Budget-Tracking & Statistiken | ✓ inkl. Sankey-Diagramm | ✗ | teilweise (Premium) | ✗ |
| Belegscanner | ✓ KI-Scan | ✗ | Belegfotos (Premium) | ✓ (Pro, nur Beträge) |
| Werbefrei in der Free-Version | ✓ | ✓ | ✗ (Werbung) | ✗ (Werbung) |
| Einträge ohne Tageslimit | ✓ | ✓ | ✓ | ✗ (ca. 3/Tag gratis) |
| Herkunft & Datenhaltung | Deutschland, EU-Server | Deutschland, lokal möglich | Tschechien | USA |
| Kosten | kostenlos, Premium ab 2,50 €/Mo | kostenlos, Einmalkauf ~4,99 USD | kostenlos, Premium ab 18,99 USD/Jahr | kostenlos mit Limit, Pro 4,99 USD/Mo |
Alle genannten Preise wurden im Juli 2026 geprüft und können sich ändern. GoodShare Premium gibt es ab 2,50 Euro pro Monat bzw. 19,99 Euro pro Jahr, inklusive 14-Tage-Gratis-Test. Splids Einmalkauf für mehrere Gruppen und Export kostet ca. 4,99 USD, Settle Up Premium 3,49 USD pro Monat oder 18,99 USD pro Jahr, Splitwise Pro 4,99 USD pro Monat.
GoodShare: Kostenteilung plus Haushaltsbuch
GoodShare deckt genau die Lücke ab, die Tricount mit Version 8.0 gerissen hat, und geht noch einen Schritt weiter: Die App kombiniert Kostenteilung mit einem vollwertigen gemeinsamen Haushaltsbuch. Alle Mitglieder eines Buchs tragen Ausgaben und Einnahmen ein, die App synchronisiert in Echtzeit über eigene EU-Server, berechnet automatisch, wer wem wie viel schuldet, und zeigt zusätzlich, wofür das Geld eigentlich draufgeht: mit Kategorien, Monatsbudgets, Statistiken und einem Sankey-Diagramm für den Geldfluss.
Für Tricount-Umsteiger zählen vor allem drei Punkte: Eigene Aufteilungen (wer zahlt welchen Anteil) sind vorhanden, Abrechnungen lassen sich als PDF und CSV exportieren, und Kassenbons liest der KI-Belegscanner automatisch ein, statt nur den Gesamtbetrag zu erkennen. Diese erweiterten Funktionen stecken im Premium-Abo ab 2,50 Euro pro Monat, das 14 Tage gratis testbar ist. Praktisch: Hat ein Mitglied Premium, profitieren alle Mitglieder im gemeinsamen Buch mit. Die Basis, unbegrenzte Einträge, Echtzeit-Sync und der automatische Ausgleich, ist kostenlos und komplett werbefrei. Die Daten liegen DSGVO-konform auf EU-Servern in Frankfurt, ganz ohne Bank-Anbindung.
Die ehrliche Einschränkung: GoodShare gibt es aktuell nur für Android. Gemischte iPhone-Android-Gruppen greifen daher besser zu Settle Up oder Splid. Für Android-Haushalte mit laufender Kasse ist GoodShare dagegen die rundeste Tricount-Alternative in dieser Liste. Einen ausführlichen Dreifach-Vergleich findest du unter GoodShare vs. Splid vs. Tricount.
Splid: Minimalistisch, offline, ohne Konto
Splid aus Deutschland ist die naheliegendste Wahl für alle, die Tricount vor allem wegen der Einfachheit mochten. Die App braucht weder Registrierung noch Internetverbindung, Gruppen funktionieren auf Wunsch rein lokal auf dem Gerät. Eigene Aufteilungen beherrscht Splid kostenlos, und der Export (Excel, PDF) kostet einen fairen Einmalkauf von ca. 4,99 USD, ganz ohne Abo.
Splid ist komplett kostenlos und werbefrei. Die Grenzen zeigen sich, sobald man mehr will als Aufteilen: Es gibt keine Budgets, keine Kategorien, keine Statistiken und keinen Belegscanner. Für die Skiwochenende-Abrechnung ideal, als dauerhafte Haushaltskasse zu wenig. Mehr dazu im Vergleich Splid Alternative.
Settle Up: Der Multiplattform-Allrounder
Settle Up aus Tschechien läuft auf Android, iOS und im Browser und ist damit die flexibelste Wahl für gemischte Geräte-Gruppen, die bei Tricount die plattformübergreifende Nutzung geschätzt haben. Die Free-Version teilt Ausgaben ohne Limit, zeigt aber Werbung. Features wie Belegfotos, Kategorien, wiederkehrende Ausgaben und Excel-Export stecken im Premium-Abo (3,49 USD pro Monat oder 18,99 USD pro Jahr, Stand Juli 2026).
Damit ist Settle Up funktional das, was Tricount vor Version 8.0 mit Premium war: solide Kernfunktionen gratis, die Extras kosten. Ein vollwertiges Haushaltsbuch mit Budgets ersetzt es nicht.
Splitwise: Der US-Klassiker mit Tageslimit
Splitwise ist international der bekannteste Name im Splitting-Segment und in den USA, Großbritannien und Indien der Standard. Funktional bietet die App vieles, was Tricount fehlt: eigene Aufteilungen, CSV-Export, wiederkehrende Ausgaben und im Pro-Abo einen Belegscanner (der allerdings nur Gesamtbeträge erkennt).
Der große Haken: Die kostenlose Version ist auf wenige Einträge pro Tag begrenzt (je nach Konto etwa 3 bis 5) und zeigt Werbung. Wer eine aktive Gruppenkasse führt, landet fast zwangsläufig bei Splitwise Pro für 4,99 USD pro Monat. Als Tricount-Ersatz für Gelegenheitsnutzer ist das Tageslimit ein echter Rückschritt, denn genau solche Limits kennt Tricount nicht. Details dazu im Vergleich Splitwise Alternative.
Welche Alternative passt zu wem?
Die kurze Entscheidungshilfe, ehrlich sortiert nach Anwendungsfall:
Paare, WGs und Familien mit laufender Kasse (Android): GoodShare. Kostenteilung und Haushaltsbuch in einer App, mit eigenen Aufteilungen, PDF-Export und Belegscanner, ohne Werbung, mit EU-Datenschutz. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen unsere Guides zum WG-Kosten teilen und zur Haushaltskasse für Familien.
Einmalige Anlässe (Geburtstag, Skiwochenende): Splid. In 30 Sekunden startklar, ohne Konto, komplett gratis, mit eigenen Aufteilungen und Export per Einmalkauf.
Gruppenreisen mit gemischten Geräten: Settle Up, dank Web-App auch vom Laptop nutzbar. Wer die Reisekasse lieber gleich mit Budget führt, findet im Guide Reisekosten teilen die Schritt-für-Schritt-Anleitung mit GoodShare.
Wer bei Tricount bleiben will: Auch das ist legitim. Für simples Reise-Splitting ohne Export-Bedarf bleibt Tricount kostenlos und ohne Limits nutzbar. Man sollte nur wissen, dass die Ausgabendaten bei einer Bank liegen und die entfernten Funktionen bis auf Weiteres fehlen.
So gelingt der Wechsel von Tricount
Der Umstieg ist unkomplizierter, als viele denken, weil Splitting-Apps kein Datenimport-Problem haben: Alte Abrechnungen muss man nicht mitnehmen, nur die offenen Salden. Da Tricount seit Version 8.0 keinen CSV- oder PDF-Export mehr anbietet, geht es so:
1. Offene Salden ausgleichen. In Tricount alle offenen Beträge begleichen, oder die Restbeträge notieren und als Startbuchung in die neue App übernehmen.
2. Endstand sichern. Ohne Export-Funktion bleibt der Screenshot: Die Übersichts- und Salden-Ansicht abfotografieren und archivieren, dann ist die Historie zumindest dokumentiert.
3. Neue Kasse anlegen und Mitglieder einladen. In GoodShare zum Beispiel ein gemeinsames Buch erstellen, Einladungslink per WhatsApp teilen, fertig. Ab der ersten Buchung rechnet die neue App den Ausgleich automatisch.
Der beste Zeitpunkt für den Wechsel ist direkt nach einer Komplettabrechnung, zum Beispiel am Ende einer Reise oder am Monatsende. Dann starten alle bei null und niemand muss alte Schulden zwischen zwei Apps hin- und herrechnen.
Häufig gestellte Fragen
Ist Tricount jetzt komplett kostenlos?
Ja. Mit Version 8.0 hat Tricount unter bunq sein Premium-Abo eingestellt, die App ist komplett kostenlos. Der Haken: Mehrere frühere Premium-Funktionen wurden dabei entfernt statt freigeschaltet, darunter der CSV- und PDF-Export, die Sortierung von Ausgaben, der persönliche Modus und eigene Aufteilungen. Außerdem enthält die App bunq-Eigenwerbung, etwa für eine virtuelle Prepaid-Karte.
Welche Funktionen sind bei Tricount weggefallen?
Laut dem offiziellen Tricount-Hilfecenter sind mit Version 8.0 diese früheren Premium-Funktionen nicht mehr verfügbar: Sortieren von Ausgaben, Export als CSV und PDF, der persönliche Modus und benutzerdefinierte Aufteilungen (Custom Splits). Für die Custom Splits stellt Tricount eine Rückkehr in einem zukünftigen Update in Aussicht, ohne konkreten Termin.
Was ist die beste Tricount-Alternative mit Export und eigenen Aufteilungen?
Für Android-Haushalte mit laufender Kasse ist GoodShare die rundeste Wahl: eigene Aufteilungen, PDF- und CSV-Export und ein KI-Belegscanner sind vorhanden (in Premium, 14 Tage gratis testbar), dazu Budget-Tracking und EU-Datenhaltung ohne Werbung. Für einmalige Anlässe ohne Konto ist Splid stark, dort gibt es eigene Aufteilungen gratis und den Export als fairen Einmalkauf. Settle Up ist die flexibelste Wahl für gemischte iPhone-Android-Gruppen.
Wie übernehme ich meine Tricount-Daten in eine andere App?
Einen direkten Import bietet keine der Alternativen, und der CSV-Export ist in Tricount seit Version 8.0 weggefallen. Der sauberste Weg: In Tricount alle offenen Salden ausgleichen, den Endstand als Screenshot sichern und in der neuen App mit einer frischen Kasse starten. Direkt nach einer Komplettabrechnung dauert der Wechsel nur wenige Minuten.
Bereit für den Umstieg?
GoodShare bietet eigene Aufteilungen, PDF-Export und KI-Belegscanner, dazu Budget-Tracking und EU-Datenschutz. Ohne Werbung, in 5 Minuten eingerichtet.
GoodShare kostenlos laden Direktvergleich lesen


