Rentenlücken-Rechner 2026
Wie viel Rente bekommst du später – und wie viel brauchst du wirklich? Dieser Rechner zeigt deine monatliche Versorgungslücke, das nötige Zielkapital und die Sparrate, um sie zu schließen. Mit Entgeltpunkte-Formel, Inflation und Paar-Modus.
Was ist die Rentenlücke?
Die Rentenlücke – auch Versorgungslücke oder Altersvorsorge-Lücke genannt – ist die Differenz zwischen dem Netto-Betrag, den du im Ruhestand monatlich brauchst, und dem, was du aus gesetzlicher Rente + bestehender privater Vorsorge tatsächlich bekommst. Diese Lücke entsteht, weil das deutsche Rentenniveau auf 48 % des durchschnittlichen Brutto-Entgelts festgeschrieben ist (bis 2031 gesetzlich garantiert) – für einen komfortablen Ruhestand reichen 48 % vom Schnitt-Brutto aber meist nicht aus. Richtwert: Im Ruhestand benötigt man typisch 80 % des letzten Nettos, um den Lebensstandard zu halten.
Wer die Lücke kennt, kann handeln: Jeder Euro, der heute in einen ETF-Sparplan, eine betriebliche Altersvorsorge oder das ab 2027 startende Altersvorsorgedepot (AVD) fließt, schrumpft die spätere Lücke exponentiell – dank Zinseszins.
Wie groß ist die typische Rentenlücke 2026?
| Einkommensgruppe | Brutto/Monat | Gesetzl. Rente netto | Wunsch netto (80 %) | Lücke/Monat |
|---|---|---|---|---|
| Niedrigverdiener | 2.200 € | ~860 € | ~1.250 € | ~390 € |
| Durchschnittsverdiener | 3.500 € | ~1.180 € | ~1.850 € | ~670 € |
| Besserverdiener | 5.500 € | ~1.520 € | ~2.720 € | ~1.200 € |
| Höchstverdiener | 8.500 € | ~1.840 € | ~3.850 € | ~2.010 € |
Annahmen: 35 Beitragsjahre, 0 Kinder, Renteneintritt mit 67, Steuerklasse I, keine KiSt. Werte sind Netto-Schätzungen nach aktuellem Rentenrecht 2026.
Wie funktioniert die gesetzliche Rente?
Die gesetzliche Rente basiert auf Entgeltpunkten (EP) – einer einfachen, aber mächtigen Formel:
- EP pro Jahr = dein Jahresbrutto ÷ Durchschnittsentgelt (50.493 € 2026). Bei genau durchschnittlichem Gehalt ergibt das 1 EP pro Jahr.
- Kappung bei BBG: Einkommen über 101.400 €/Jahr (Beitragsbemessungsgrenze West 2026) erzeugen keine zusätzlichen EP – ein Jahr mit 200.000 € Brutto ergibt das Gleiche wie mit 101.400 €.
- Zusatz-EP: 3 EP pro Kind nach 1992 (§56 SGB VI), 2,5 EP pro Kind vor 1992, Pflegezeiten, Arbeitslosengeld I, Berufsausbildung u. a.
- Rentenwert: Alle EP werden mit dem aktuellen Rentenwert multipliziert (40,79 € Prognose Juli 2026 West) – das ist deine Brutto-Monatsrente.
Beispiel: 35 Jahre Durchschnittsgehalt + 2 Kinder = 35 + 6 = 41 EP × 40,79 € = 1.672 € Brutto/Monat. Nach 84 % Besteuerung und KV/PV bleibt davon etwa 1.310 € netto.
Der Rechner oben macht diese Schätzung automatisch. Falls du deine jährliche Renteninformation von der DRV zur Hand hast, ist die Eingabe des exakten Brutto-Wertes aus dem Schreiben noch präziser, besonders wenn du Teilzeit gearbeitet, Kinder erzogen oder Ausbildungszeiten hattest.
Die 80-Prozent-Regel – Ursprung und Kritik
Die 80-Prozent-Regel (auch „Rentenregel" oder „Ersatzrate") besagt: Im Ruhestand reichen ca. 80 % des letzten Nettos, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Begründung:
- Arbeitsbezogene Ausgaben entfallen: Pendelkosten, Berufsbekleidung, Mittagessen, höhere Kfz-Kosten, ggf. Zweitwohnung.
- Geringere Sozialabgaben: Rentner zahlen KV/PV (ca. 12,35 %), aber keine RV- und AL-Beiträge mehr.
- Keine Sparrate mehr: Wer aktuell 10 % fürs Alter spart, braucht diese 10 % im Alter nicht mehr.
- Immobilien oft abbezahlt: Keine Kreditraten – reine Nebenkosten.
Kritik und Grenzen: Die Regel ist ein Daumenwert. Gesundheits- und Pflegekosten können stark steigen, Reisen werden für viele Ruheständler wichtiger, und wenn noch Kinder an der Uni sind oder die Immobilie nicht abbezahlt ist, reichen 80 % nicht. Umgekehrt kommen Minimalisten auch mit 60 % aus. Deswegen bietet unser Rechner als Alternative zur 80-%-Regel eine freie Eingabe, bei der du deine Wunschrente direkt eintippst.
Rentenniveau 2026 bis 2031 – die Politik
Das Rentenniveau ist gesetzlich definiert als das Verhältnis der Standardrente (45 Jahre Durchschnittsverdiener) zum Durchschnittsentgelt – vor Steuern, vor KV/PV. Stand 2026: 48 %. Die Haltelinie ist politisch bis 2031 festgeschrieben (Rentenpaket 2025). Danach droht ohne neue Gesetze ein Absinken auf unter 45 %. Folgen:
- Beitragsseite: Der RV-Beitragssatz (aktuell 18,6 %) steigt voraussichtlich bis 2035 auf 21 % – Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen sich.
- Generationenkapital: Die Bundesregierung baut ein Aktienkapital auf, dessen Erträge ab ca. 2037 in die Rentenkasse fließen sollen – Wirkung aktuell noch gering.
- Rente mit 68+: Politisch umstritten, aber demographisch wahrscheinlich. Viele Prognosen rechnen mit einem effektiven Renteneintritt von 66–68 Jahren bis 2040.
Konsequenz für deine Planung: Die gesetzliche Rente allein wird in den meisten Fällen nicht reichen. Unser Rechner nimmt das Rentenniveau 2026 als Basis und projiziert es konservativ in die Zukunft. Wer konservativer rechnen will, kann die Beitragsjahre reduzieren oder das Brutto per Hand niedriger ansetzen.
Gender Pension Gap: 27 % weniger für Frauen
Frauen in Deutschland erhalten im Durchschnitt 27 % weniger gesetzliche Rente als Männer (DRV Statistik, 2024). Ursachen:
- Niedrigere Erwerbseinkommen: Gender Pay Gap 18 % (unbereinigt) × höhere Teilzeitquote → direkter EP-Verlust.
- Erziehungszeiten: 3 EP pro Kind helfen, gleichen aber den Erwerbsausfall nicht aus.
- Unterbrochene Erwerbsbiografien: Jeder Monat Elternzeit ohne Kindererziehungszeit ist Verlust.
- Branchenverteilung: Frauen sind in Niedriglohn-Branchen überrepräsentiert (Pflege, Handel, Erziehung).
Was tun? Für Paare: Beide Renteneinkommen gemeinsam planen. Der Paar-Modus im Rechner oben rechnet Person A und Person B getrennt und addiert die Haushalts-Lücke. Wenn einer weniger einzahlt, sollte der andere einen größeren Vorsorge-Puffer aufbauen.
Wird die Rente voll besteuert?
Nein, nur anteilig. Nach §22 Nr. 1a EStG gilt das Kohortenprinzip: Je nach Rentenbeginnjahr wird ein wachsender Anteil der Brutto-Rente steuerpflichtig, der Rest bleibt steuerfrei (der persönliche Rentenfreibetrag).
| Rentenbeginn | Steuerpflichtiger Anteil | Rentenfreibetrag |
|---|---|---|
| 2020 | 80 % | 20 % |
| 2026 | 84 % | 16 % |
| 2030 | 89 % | 11 % |
| 2040 | 94 % | 6 % |
| 2058+ | 100 % | 0 % |
Zusätzlich zur Einkommensteuer fallen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge an: 8,75 % KV + 3,6 % PV (bei Kinderlosen 3,6 %, bei Eltern gestaffelt je nach Kinderzahl). Macht zusammen etwa 12,35 % Abzug von der Brutto-Rente. Unser Rechner wendet beides automatisch an, inklusive Ehegattensplitting bei verheirateten Paaren.
Die 5 häufigsten Fehler bei der Rentenlücken-Berechnung
- Inflation ignorieren: 1.000 € Rente heute entsprechen in 30 Jahren nur ca. 552 € Kaufkraft (bei 2 % Inflation). Ohne Inflation zu rechnen macht die Lücke immer zu klein.
- Nur Brutto statt Netto: Die Brutto-Rente ist nicht das, was ankommt. Besteuerungsanteil (84 % 2026) + KV/PV (12,35 %) reduzieren die Brutto-Rente um etwa 20 %.
- Eckrentner-Falle: Statistiken zeigen oft die Standardrente (45 Beitragsjahre Durchschnittsverdiener = 48 % Brutto). Real erreichen nur wenige diese Biografie – Teilzeit, Studium, Kinder reduzieren die EP-Summe.
- Kapitalverzehr vergessen: Wenn du ein Zielkapital aufbaust, musst du entscheiden, ob es in der Rente verzehrt wird oder erhalten bleibt. Beide Modelle ergeben stark unterschiedliche Zielbeträge.
- Frühes Sparen unterschätzen: Der Zinseszins ist exponentiell. 100 €/Mon. ab 25 ergibt mehr als 200 €/Mon. ab 45 – bei gleicher Endsumme. Je später, desto exponentiell teurer.
So rechnet der Rentenlücken-Rechner
- Gesetzliche Rente (Auto-Modus): Entgeltpunkte-Formel (Jahresbrutto ÷ 50.493 € × Beitragsjahre + 3 EP pro Kind) × 40,79 € Rentenwert. Kappung bei BBG RV 101.400 €/Jahr.
- Manuelle Eingabe: Direkter Brutto-Wert aus der DRV-Renteninformation – genauer, besonders bei atypischen Erwerbsbiografien.
- Netto aus Brutto: Besteuerungsanteil nach Rentenbeginnjahr (§22 Nr. 1a EStG), Werbungskostenpauschale 102 €, §32a EStG 2026 Tarif, KV 8,75 % + PV 3,6 %, Ehegattensplitting optional.
- 80-%-Regel: Aktuelles Netto (SV-Abzüge mit BBG-Caps + Einkommensteuer) × 0,8 = Wunschrente. Alternativ eigener Betrag.
- Inflation: 2 % Default (EZB-Ziel). Reale Lücke und reales Zielkapital – reale Rendite (nach Inflation).
- Zielkapital: Kapitalverzehr = jahresLücke × (1−(1+r)−n)/r. Ewige Rente = jahresLücke/r.
- Sparrate: Standard-Sparplan-Formel (nachschüssig, monatliches Compounding) um das Zielkapital aufzubauen.
- Paar-Modus: Jede Person wird unabhängig berechnet, die Haushalts-Summe wird zusätzlich ausgegeben.
Der Code ist quelloffen im Browser – du kannst ihn jederzeit unter /js/pension-gap-calculator.js einsehen. Kein Tracking, kein Login, keine Datenweitergabe.
Wie schließe ich meine Rentenlücke?
Drei Haupt-Hebel, die sich oft kombinieren lassen – in unserem Rechner-Ökosystem jeweils mit eigenem Rechner:
- ETF-Sparplan (Sparrechner) – Welt-ETF mit TER 0,1–0,3 %, flexibel, keine Bindung, keine Förderung. Die einfachste und meistens beste Basis.
- Betriebliche Altersvorsorge (bAV-Rechner) – Entgeltumwandlung mit Pflicht-AG-Zuschuss 15 % und Steuer-/SV-Vorteilen bis 4 % BBG. Lohnt sich besonders bei hohem AG-Zuschuss und mittlerem Einkommen.
- Altersvorsorgedepot (AVD, ab 2027) – Neue staatlich geförderte ETF-Altersvorsorge (Klingbeil-Depot). Staatliche Zulage und Förderung für Arbeitnehmer und Selbstständige.
Nach dem Rechner-Ergebnis bekommst du direkt Links zu den passenden Tools – mit vorausgefüllten Parametern (Sparrate, Zielkapital, Laufzeit), damit du die Rechnung dort weiterführen kannst.
Zusätzliche Hebel: 50/30/20-Budget-Regel um die monatliche Sparquote systematisch zu erhöhen, und der Sparziel-Planer in der GoodShare-App für konkrete Zwischenziele.
Häufig gestellte Fragen
Die Rentenlücke (auch Versorgungslücke genannt) ist die Differenz zwischen dem monatlichen Nettobetrag, den du im Ruhestand benötigst (Wunschrente), und dem, was du aus gesetzlicher Rente + bestehender privater Vorsorge tatsächlich bekommst. Bei einem Durchschnittsverdiener liegt sie typisch bei 500–1.200 €/Monat, weil das Rentenniveau auf 48 % vom Schnitt-Brutto festgeschrieben ist, im Ruhestand aber oft 80 % des letzten Nettos benötigt werden.
Die gesetzliche Rente basiert auf Entgeltpunkten (EP): Dein Jahresbrutto (bis zur BBG von 101.400 € 2026) wird durch das Durchschnittsentgelt (50.493 € 2026) geteilt. Das Ergebnis sind die EP pro Jahr. Summiert über alle Beitragsjahre und multipliziert mit dem Rentenwert (40,79 € Prognose Juli 2026 West) ergibt sich die Brutto-Monatsrente. Kinder nach 1992 bringen 3 EP pro Kind (§56 SGB VI).
Die 80-Prozent-Regel ist der Branchenkonsens: Im Ruhestand reichen ca. 80 % des letzten Netto-Einkommens, um den Lebensstandard zu halten. Begründung: Arbeitsweg, Berufsbekleidung, höhere Sozialabgaben und Sparraten entfallen. Dagegen können Gesundheits- und Pflegekosten steigen. Die Regel ist ein Daumenwert – wer viel reist, ein Haus abbezahlt oder Kinder unterstützt, braucht eher 100 %.
Ja. Der Rechner arbeitet mit realen Werten: Deine Wunschrente, gesetzliche Rente und private Vorsorge sind in heutiger Kaufkraft dargestellt. Die Zielkapital- und Sparraten-Berechnung nutzt eine reale Rendite (nach Inflation). Default-Inflation: 2 % (EZB-Ziel). Bei 2 % Inflation über 30 Jahre entspricht 1 € heute nur noch 55 Cent – darum zeigen wir auch den nominalen Lückenbetrag am Rentenbeginn.
Das hängt von deiner Lücke, deiner Ansparphase und der erwarteten Rendite ab. Beispiel: 500 € monatliche Lücke, 30 Jahre bis Rente, 4 % reale Rendite, Kapitalverzehr über 25 Jahre → Zielkapital ca. 94.000 €, Sparrate ca. 135 €/Mon. Bei kürzerer Ansparphase oder höherer Lücke steigt die Rate exponentiell – darum ist frühes Anfangen der wichtigste Hebel.
Kapitalverzehr: Dein Kapital wird über die Rentenbezugsdauer (meist 20–25 Jahre) vollständig aufgebraucht – am Ende bleibt nichts. Benötigt weniger Zielkapital. Ewige Rente: Nur die jährlichen Zinsen werden entnommen, das Kapital bleibt erhalten. Benötigt bei 4 % Rendite etwa das 25-fache der Jahresrente als Zielkapital (im Vergleich zu ca. 15-fach bei Kapitalverzehr über 25 Jahre). Vorteil Ewige Rente: Erbe + Puffer bei längerem Leben.
Ja. Aktiviere den Paar-Modus, um Person A und Person B getrennt zu berechnen. Jeder bekommt eigene Eingaben (Alter, Brutto, Beitragsjahre, Kinder, bestehende Vorsorge). Am Ende zeigen wir die Einzellücken plus die Haushalts-Summe. Bei verheirateten Paaren wird Ehegattensplitting berücksichtigt, was die Rentensteuer reduziert.
Wähle im Rechner den Modus „Selbstständig" – die gesetzliche Rente wird dann auf 0 gesetzt. Deine gesamte Wunschrente ist dann deine Lücke. Das bedeutet in der Regel deutlich höhere Sparraten (typisch 800–1.500 €/Mon. für mittlere Einkommen). Alternativen: Freiwillige Einzahlung in die DRV, Rürup-Rente, Private Rentenversicherung, ETF-Sparplan. Die neue staatlich geförderte Altersvorsorge (AVD, ab 2027) schließt Selbstständige ein.
Nein, nur der Besteuerungsanteil. Nach §22 Nr. 1a EStG sind bei Rentenbeginn 2026 genau 84 % der Rente steuerpflichtig, der Rest ist steuerfrei (Rentenfreibetrag, lebenslang fixiert). Bis 2040 steigt der Anteil auf 100 %. Hinzu kommt KV/PV: KVdR-Pflichtversicherte zahlen 8,75 % KV + 3,6 % PV (ca. 12,35 % der Brutto-Rente).
Drei Haupt-Wege, die sich oft kombinieren lassen: (1) ETF-Sparplan – flexibel, kostengünstig (0,1–0,3 % TER), keine Bindung. (2) Betriebliche Altersvorsorge (bAV) – Pflicht-Arbeitgeberzuschuss 15 %, Steuer- und SV-Vorteile bis 4 % BBG. (3) Altersvorsorgedepot (AVD) – neue staatlich geförderte ETF-Altersvorsorge ab 2027 mit Zulagen. Unser Rechner zeigt dir direkt nach dem Ergebnis, welcher Weg für dich sinnvoll ist.